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Der Zweite Weltkrieg dauerte vom 1. September 1939 04:32 Uhr bis zum 2. September 1945. In Europa ging er am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr zu Ende, in Asien nach der Kapitulation Japans am 14. August 1945. Er war der größte und blutigste zusammenhängende Konflikt in der Geschichte der Menschheit. Hatte der Erste Weltkrieg fast 10 Millionen Todesopfer gefordert, waren es im Zweiten Weltkrieg schätzungsweise 55 Millionen, darunter über 20 Millionen Zivilisten. Der Zweite Weltkrieg wurde von einer starken Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und zu gewaltsamen, oft systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung führte.
Die so genannten Achsenmächte Deutsches Reich unter Adolf Hitler, Italien unter Benito Mussolini und Japan unter Kaiser Hirohito führten Eroberungsfeldzüge gegen viele Staaten; ihre militärischen Hauptgegner waren anfangs Frankreich, Großbritannien und China sowie nach dem Bruch des Hitler-Stalin-Pakts die Sowjetunion unter Josef W. Stalin (siehe Großer Vaterländischer Krieg) und nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor auch die USA.
Bei Hitlers Machtergreifung 1933 (Ernennung zum Reichskanzler durch Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar) hatte die Reichswehr infolge der Bestimmungen des Versailler Vertrages eine Stärke von 100.000 Mann und war damit militärisch von geringem Gewicht. In der Weimarer Republik, 1923, ließ der Chef der Heeresleitung (General von Seeckt) Studien zu einem späteren Wiederaufbau deutscher Streitkräfte anstellen. Diese waren der Entwurf für ein späteres "Großes Heer", welches in einem einzuplanenden Mehrfrontenkrieg Deutschland mit Erfolg schützen sollte. Immerhin waren bis 1924 Polen, Frankreich, Belgien und Litauen mit militärischen Kräften in das Reich eingedrungen. Reichskanzler von Papen beschloss im Oktober 1932 nach sechs ergebnislosen Verhandlungsjahren zur Abrüstung und Rüstungsbegrenzung, die Reichswehr auch ohne Einigung mit den Siegermächten zu vergrößern. Der Anteil der Rüstungsausgaben an den Reichsausgaben stieg von 8,2 % (1932) über 39,3 % (1934) auf 61 % (1938). Finanziert wurde dieses exzessive Aufrüstungsprogramm durch das System der so genannten "Mefo-Wechsel" der Reichsbank – und damit letztlich durch eine verdeckte Inflation.
Der Zweite Weltkrieg war ein von Deutschland entfesselter, ideologisch motivierter Eroberungs- und Vernichtungskrieg zur Gewinnung von Lebensraum im Osten. Hitler verfolgte dabei seine in seinem programmatischen Buch Mein Kampf dargelegten Ziele bei allen taktischen Wendungen konsequent bis zum Ende. Komponenten seines außenpolitischen Denkschemas waren:
Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung. "Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein", schrieb er in 'Mein Kampf'.1
Dort hatte Hitler Russland auch schon als "reif zum Zusammenbruch" erklärt, weil "die Juden" in der Revolution die "germanische Führungsschicht ausgerottet" hätten2 und seinen Plan einer 'Lebensraumgewinnung' im Osten dargelegt: "Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen und weisen den Blick nach dem Land im Osten."3 Hitler wollte dabei an die deutsche Ostbesiedlung anknüpfen, die im 14. Jahrhundert geendet hatte, folgerichtig wurden Polen und Russland die Opfer dieses neuen Germanenzugs.
Nach dem geschichtlichen Vorbild der bis zum Pazifik reichenden Kosakenvorstöße beabsichtigte Hitler mit seiner stärksten Armeegruppe bis Indien und hinter den Ural alle Gebiete zu erobern. Bauerntrecks sollten nach dem Vorbild der europäischen Siedlertrecks in Nordamerika sofort folgen und innerhalb von 20 bis 30 Jahren alles Land besetzen. Die "deutschrassige" Bevölkerung sollte nach 50 Jahren auf 250 Millionen Menschen angewachsen sein.
Hitlers Russlandbild war wesentlich von Rosenberg geprägt, den geopolitischen Konzeptionen Karl Haushofers, die ihm von Heß vermittelt worden waren, entnahm er den in seiner Gedankenwelt zentralen Begriff des Lebensraums.
Besonders für den Reichsführer-SS Heinrich Himmler waren die Völker der Sowjetunion "Untermenschen", die unterworfen oder vernichtet werden sollten. In der ersten Zeit nach dem Einmarsch in die Sowjetunion 1941 wurde an vielen Zeitungskiosken und Läden die Broschüre "Der Untermensch" verkauft. Dieses Heft enthielt zahlreiche Bilder mit verzerrt fotografierten sowjetischen Gefangenen und hasserfüllten Texten. Sinn und Zweck war, die deutsche Bevölkerung zum Kampf gegen die Sowjetunion zu mobilisieren und die Kriegsmoral zu stärken.
Im Jahre 1942, als man sich in Berlin mit Aufmarschplänen für Afghanistan den Kopf zerbrach, wollte Konrad Meyer-Hetling, der den Generalplan Ost ausarbeitete, ganze Völker vernichten: "Im Ostministerium interessiert nun aber ganz besonders die Frage, wo die rassisch unerwünschten Polen verbleiben sollen. Mehr oder minder 20 Millionen Polen in Westsibirien zwangsweise geschlossen anzusetzen, bedeutet zweifellos eine ständige, kompakte Gefahr des sibirischen Raumes, ein Herd des ständigen Aufruhrs gegen die deutsche Ordnungsmacht [...] Das man die Polenfrage nicht in dem Sinne lösen kann, dass man die Polen wie die Juden liquidiert, dürfe auf der Hand liegen. Eine derartige Lösung der Polenfrage würde das deutsche Volk bis in die ferne Zukunft belasten und uns überall die Sympathien nehmen, zumal auch andere Nachbarvölker damit rechnen müssten, bei gegebener Zeit ähnlich behandelt zu werden [...] Mehrere Millionen der uns gefährlichsten Polen im Wege der Auswanderung in Südamerika unterzubringen, erscheint nicht unmöglich." Ähnliche Schicksale drohten teilweise auch anderen Nachbarvölkern, zum Beispiel den Russen und den Ukrainern. Dieses war Imperialismus in seiner brutalsten Art und Weise.
Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Dabei sollte es den Weißrussen, den Ukrainern und den baltischen Völkern vergleichsweise gut ergehen. Die Russen dagegen sollten "durchaus niedergehalten werden" (Rosenberg). Verschiedene Vorschläge entstanden, wie das eroberte Land verteidigt werden könnte, so zum Beispiel durch ein System aus Mauern gegen den "Ansturm Asiens". Das eroberte Osteuropa sollte von Deutschen besiedelt werden, die Bauern und zugleich auch Soldaten waren ("Wehrbauern"). Heinrich Himmler plante außerden, das russische Volk durch die Verbreitung des Buddhismus oder der Lehre der Zeugen Jehovas zu befrieden, das heißt, jeden Willen zum Aufstand im Keim zu ersticken. Die slawischen Völker, vor allem diejenigen der Sowjetunion, sollten ungebildet bleiben, weshalb die Schulen und Universitäten geschlossen wurden. Als Bildungsziele legte Himmler fest: "Schreiben des Namens; eine Lehre, dass es ein göttliches Gebot ist, den Deutschen gegenüber ehrlich, fleißig und brav zu sein. Lesen halte ich nicht für erforderlich." Und ein anderer nationalsozialistischer Führer meinte: "Es genügt, wenn die Slawen bis hundert zählen können." Nach dem Willen der nationalsozialistischen Führung sollten die Völker Osteuropas für immer ungebildete, gehorsame und fleißige Landarbeiter, Bauarbeiter und Hilfsarbeiter sein.
Vor 1933 waren solche Ideen kaum ernst genommen worden4. Nach der Machtergreifung suchte er, seine wahren Ziele so lange wie möglich zu verschleiern. Die Revision des Versailler Vertrags war für Hitler lediglich ein Etappenziel, auch wenn er der deutschen und internationalen Öffentlichkeit jahrelang vorgaukeln konnte, es ginge ihm um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen. In Wahrheit ging es immer um die Lebensraumgewinnung im Osten, wie er es schon am 3. Februar 1933 in einer Ansprache vor Generälen der Wehrmacht erklärte: "Eroberung neuen Lebensraums im Osten u. dessen rücksichtslose Germanisierung."5
In der Denkschrift zum Vierjahresplan von August 1936 formulierte Hitler: "Ich stelle damit folgende Aufgabe: I. Die deutsche Armee muss in 4 Jahren einsatzfähig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muss in 4 Jahren kriegsfähig sein."5
Am 5. November 1937 präzisierte Hitler seine Kriegsziele vor der deutschen Generalität (Hoßbach-Protokoll):
Dem Zweiten Weltkrieg gingen in Europa der Spanische Bürgerkrieg und in Asien der Chinesisch-Japanische Krieg voraus ebenso wie der Anschluss Österreichs am 12. März 1938 an das Deutsche Reich sowie die Abtretung des Sudetenlandes und anschließende Besetzung des restlichen Böhmen und Mähren (westlicher Teil der Tschechoslowakei, heute Tschechien).
Die beträchtliche Kriegsbeute allein an hochwertigem militärischem Großgerät (Panzer, Geschütze, LKW) diente der Ausstattung zahlreicher neu aufzustellender Divisionen – 15 Infanteriedivisionen und drei Panzerdivisionen.
Der Zweite Weltkrieg wurde vom Deutschen Reich am 1. September 1939 durch den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen begonnen, nachdem am 31. August als polnische Widerständler verkleidete KZ-Häftlinge unter SS-Aufsicht die deutschen Grenzen stürmten und erschossen wurden. Kurz darauf drangen, ebenfalls als polnische Widerstandskämpfer gekleidete SS-Angehörige in den deutschen Sender Gleiwitz ein und verkündeten in polnischer Sprache die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich. Diese Aktion war eine von mehreren fingierten Maßnahmen auf deutscher Seite, um den Angriff auf Polen ("Fall Weiß") zu rechtfertigen.
Polen war den Forderungen Hitlers nicht nachgekommen, Deutschland die Herrschaft über die Freie Stadt Danzig zurückzugeben und hatte die Erlaubnis verweigert, eine Autobahn durch den polnischen Korridor, der seit 1919 Ostpreußen vom Rest Deutschlands trennte, bauen zu dürfen. Polen hatte sich der ihm zugedachten Rolle als "Juniorpartner" im Kampf gegen die Sowjetunion widersetzt und sollte durch die taktische Wendung des Hitler-Stalin-Paktes, mit dem sich das nationalsozialistische Deutschland vorübergehend mit dem ideologischen Todfeind verbündete, nun zuerst ausgeschaltet werden.
Den deutschen Angriff begann das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein (auf die Westerplatte in Danzig).
Die Polen waren den Deutschen zahlenmäßig unterlegen, glaubten sich aber durch Verträge mit Frankreich und Großbritannien geschützt.
Am 3. September stellten Frankreich und Großbritannien ein Ultimatum an das Deutsche Reich. Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die englisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber eine Offensive im Westen Deutschlands zu starten. Zwar erklärten die beiden Westmächte zur Überraschung Hitlers noch am selben Tag den Krieg, doch der Angriff blieb aus. Die Deutschen führten ihren Plan "Fall Weiß" durch.
Am 17. September zerschlug sich die polnische Hoffnung, den Osten ihres Landes verteidigen zu können. Entsprechend dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein. Noch am selben Tag flüchtete die polnische Regierung nach Rumänien. Der Zusammenbruch war nun nicht mehr aufzuhalten.
Am 28. September kapitulierte die polnische Hauptstadt, nachdem sie am 18. September von deutschen Truppen eingeschlossen worden und am 27./28. 9. ein intensives Bombardement vorausgegangen war. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin.
Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie – die Vierte Teilung Polens. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement.
Die anschließende Besatzungszeit war von extremen Ressentiments der Deutschen gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung. Darüber hinaus wurden insbesondere die polnischen Juden Ziel des deutschen Rassenwahns.
Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff Blitzkrieg und prägte die taktische Kriegsführung Deutschlands bis Ende 1941.
Am 5. September begann eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saarland. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark verteidigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte eine Propagandamaschine an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen zu „Warum führt ihr Krieg“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen“.
Am 27. September erfolgte eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, den so genannten „Fall Gelb“. Bis zum 29. Oktober stand der Plan. Er sah vor, dass 2 Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierte Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.
Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt. Wegen schlechter Witterungsbedingungen und viel größeren Verlusten in Polen (22% Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25% bei den Panzern) als erwartet, verschob Hitler den Angriff insgesamt 29 mal.
Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Verlust der französischen Eisenerzeinfuhr, stellte das neutrale (leicht deutsch-freundliche) Schweden 40% des Eisenerzbedarf für Deutschland dar. Diese Erze mussten auf Grund ihrer geografischen Lage teils über den nord-norwegischen Hafen Narvik verschifft werden. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel, das aus dem hoch im Norden liegenden – und ebenfalls eisfreien Hafen – Petsamo kam (gehört heute zur Russischen Föderation und wird Petschenga genannt). Damit war Norwegen für Deutschland von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen am 5. Februar 1940 beim Obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart war. Diese Einheiten bezeichnete man offiziell als Unterstützungstruppen für Finnland, das sich zur damaligen Zeit im Winterkrieg gegen die Sowjetunion wehrte.
Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erfolgte eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde das Unternehmen Weserübung endgültig beschlossen. Es sah vor, Dänemark einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen.
Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten. So wurden beispielsweise am 16. März einige Kreuzer im Stützpunkt Scapa Flow angegriffen, und deutsche U-Boote nahmen die Jagd auf Schiffe der Royal Navy auf.
Am 5. April fand auf Beschluss des Obersten Alliierten Kriegsrats die Operation „Wilfried“ statt, bei dem die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite das Unternehmen Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit Landung einer Gebirgsjägerdivision vor Narvik.
In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, so dass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt waren, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt wurde (offiziell wurde Dänemark Verbündeter Deutschlands, es war jedoch klar, dass es sich um einen Zwang handelte). Großbritannien besetzte aus strategischen Gründen im Nordatlantik die dänischen Färöer am 12. April.
Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, wobei es 9 britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff Warspite gelang, im Ofot-Fjord alle deutschen Zerstörer zu versenken. Des Weiteren wurden auf ihrem Rückweg die Leichten Kreuzer Karlsruhe, Königsberg und etliche Frachter von U-Booten beziehungsweise der Royal Air Force versenkt.
Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und brachten die Truppen der
Wehrmacht auch mit massivem Beschuss der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19.
April wurden umfangreiche alliierte Verbände, unter anderem auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen
ausgeladen.
Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so dass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer in der Hafenstadt Namsos versenkt.
Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen
Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen
jedoch noch, in Narvik einzudringen und einen wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich noch die
verbliebenen norwegischen Soldaten, worauf das Unternehmen Weserübung abgeschlossen und die Erzlieferungen für das Deutsche Reich gesichert
waren.
Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler in der ständigen Furcht vor einer Invasion lebte. Im Februar 1942 installierte man eine Marionetten-Regierung unter Vidkun Quisling.
Während Deutschland die Siegfriedlinie zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt.
Der Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, dem Oberst Blumentritt und dem damaligen Major i.G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er durch das "Loch in den Ardennen" zum Sichelschnitt – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen. Manstein nannte ihn schlicht den "Neuen Plan". Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände mit insgesamt 7 Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Die Offensive zielte darauf, die Alliierten glauben zu lassen, dass die Wehrmacht wie bereits im ersten Weltkrieg im Hauptangriff über Belgien vorstoßen werde, um die stark befestigte französische Ostgrenze zu umgehen. In Wirklichkeit sollte ein Drehtür-Effekt erreicht werden. Der deutsche Angriff im Nordwesten veranlasste die Briten und Franzosen zur gewünschten Massierung ihrer Kräfte im Nordosten. Inzwischen gelangte die Wehrmacht wie mit einem Sichelschnitt in deren Rücken. Ihr Ziel war die baldige Einnahme der Städte Sedan und Carignan. Die Franzosen, die nicht damit rechneten, dass ein Panzervorstoß über die unwegsamen Ardennen möglich sei, waren völlig überrascht, als plötzlich deutsche Panzer vor Sedan standen.
Schon am 10. Mai wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael eingenommen. Die Deutschen verwendeten dabei Lastensegler, um Truppen und Material in die Festung zu schaffen. So schnell wie die deutschen Stoßtrupps MG-Nester einnahmen und die Kuppelanlagen des Forts sprengten, konnten sich die überraschten Belgier kaum widersetzen. Am 13. Mai erhielt General Guderian den Befehl, mit seiner Panzergruppe die Maas zu überschreiten, was auch in der Nacht zum 14. Mai geschah. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber ein Großteil der Flugzeuge.
Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber, nach anfänglichen Erfolgen, wegen starker Attacken deutscher Stukas abgebrochen werden musste. Die Alliierten wurden weiter zurückgedrängt, so dass am 17. Mai Brüssel kampflos übergeben wurde.
Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams eingeleitet.
Am 14. Mai lehnte der Stadtkommandant von Rotterdam das deutsche Ultimatum zur Übergabe der Stadt ab, worauf 100 Bomber zum Angriff starteten. Als diese gerade im Anflug waren, besannen sich die Niederländer und führten Verhandlungen mit den Deutschen über eine Übergabe.
Das Signal für einen Abbruch des Angriffs kam für 57 Bomber zu spät, während der Rest abdrehen konnte. Bei dem darauf folgenden Bombardement wurde die Innenstadt schwer zerstört und 900 Menschen kamen ums Leben. - Bei den Nürnberger Prozessen 1945 wurde die These vertreten, die Deutschen wollten durch dieses Bombardement die Niederlande durch Terror zur Kapitulation zwingen.
Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie die Königin flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt.
Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die Briten beschlossen, ihre Einheiten bei Dünkirchen zu evakuieren.
Am 27. Mai begann die Operation Dynamo mit der Evakuierung von über 7500 Soldaten. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A standen an diesem Tag zum Angriff bereit, doch die Generalität beschloss, die Alliierten mit Bombern und Artillerie anzugreifen. Die Truppen waren von ihrem schnellen Vorstoß erschöpft, während die alliierten Einheiten kaum Kämpfe bestritten hatten und somit einen unverbrauchten und gefährlichen Gegner darstellten.
Am 4. Juni wurde die Operation abgeschlossen. Über 330.000 Soldaten – fast das gesamte britische Expeditionskorps – konnten evakuiert werden. Dies wurde von der britischen Propaganda als großer Erfolg gefeiert, obwohl fast die gesamte Kriegsausrüstung zurückgelassen werden musste. Doch Waffen ließen sich ersetzen, Soldaten nicht.
Die erfolgreiche Evakuierung der Armee gelang in diesem Umfang nur, weil Hitler persönlich die deutschen Panzer vor Dünkirchen stoppen ließ. Feldmarschall Göring glaubte, seine Luftwaffe könne die Briten allein stoppen. In Anspielung auf die Ereignisse von 1914 ("Wunder an der Maas" = Stopp des Vormarsches auf Paris) sprachen die Allierten auch vom "Wunder von Dünkirchen". Die Gründe für diesen Anhaltebefehl sind in der historischen Forschung bis heute umstritten. Die seit den 50er Jahren immer wieder vertretene Theorie, Hitler habe die Briten nicht vernichten wollen, um sie als Verbündete gewinnen zu können, wird in der heutigen Forschung kaum noch vertreten. Viele Experten stimmen jedoch darin überein, dass England nach einer Vernichtung seiner Armee bei Dünkirchen nicht mehr kriegsfähig gewesen wäre.
Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Gelb, so der deutsche Deckname für den Feldzug in Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme, die auch durch die Angriffe französischer Bomber nicht gestoppt werden konnten.
Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine, wodurch die Franzosen keine Möglichkeit mehr hatten, eine wirksame Verteidigung an dem Fluss zu errichten. In den folgenden Tagen wurden die Franzosen sprichwörtlich überrannt. Besonders die Panzergruppen von General Guderian und General Kleist führten geradezu lehrbuchhaft den modernen Bewegungskrieg vor. Nach den deutschen Erfolgen wollte sich auch der Achsenpartner Italien einen Anteil an Frankreich sichern und so beschloss Mussolini am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.
Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.
Im Angesicht dieser Niederlagen beschloss Ministerpräsident Henri Philippe Pétain Verhandlungen über einen Waffenstillstand zu beginnen. Am 21. Juni mussten die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne die demütigenden Waffenstillstandsbedingungen unterschreiben. Die Unterzeichnung des Waffenstillstandes fand in demselben Eisenbahnwaggon statt, in dem die Deutschen 1918 die Kapitulation unterschreiben mussten. Hitler triumphierte, denn er hatte den angeblichen "Erzfeind" Frankreich in die Knie gezwungen. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den Hafen von Mers-el-Kebir unter Beschuss. Dies forderte das Leben von 1.297 französischen Marinesoldaten und führte zu einem tiefen Misstrauen der französischen Regierung gegenüber ihren britischen Verbündeten.
Nur 6 Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten.
Frankreich wurde in 2 Zonen geteilt: der Norden und Osten Frankreichs war von den Deutschen besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigste Operationsbasis der deutschen U-Boote.
Der westliche und südliche Teil Frankreichs blieben unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des deutschen Reichs.
Literatur: Karl-Heinz Frieser, Blitzkrieg-Legende: der Westfeldzug 1940, 2. Aufl., München, 1996 ISBN 3-486-56201-0
Siehe auch: Vichy-Regierung, Kollaboration
Siehe auch: Luftschlacht um England, Adlertag, Unternehmen Seelöwe
Mussolinis Großmachtambitionen waren bereits seit 1940 auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober griffen italienische Verbände von der italienischen Kolonie Albanien aus Griechenland an. Italien hatte zuvor versucht Bulgarien als Verbündeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang.
Hitler war über den Angriff nicht unterrichtet. Auch hatte er Operationen in dem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich seine Absicht war, mit Italien die Invasion Englands vorzubereiten (Unternehmen Seelöwe).
Das Ziel des Duce war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die Italiener endgültig in die Defensive, so dass sie sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Hitler am 13. Dezember mit dem Unternehmen Marita Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.
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