Sprachphilosophie
Die Sprachphilosophie beschäftigt sich mit folgenden Fragen:
- Was ist der Ursprung von Sprache(n)?
- Was sind die Funktionen von Sprache(n)?
- Wie verhalten sich Sprache(n) und Wirklichkeit zueinander?
- In welchem Verhältnis stehen Sprache und Denken zueinandern?
- In welchem Verhältnis stehen Sprache und Erkenntnis zueinandern?
Schon Platon und Aristoteles
haben sich mit sprachphilosophischen Themen beschäftigt, ebenso wie die Stoiker, viele Philosophen des Mittelalters und dann
später auch bedeutende moderne Philosophen wie Giambattista Vico,
Leibniz, Jean Jacques Rousseau Johann
Georg Hamann ,Johann Gottfried Herder, Immanuel Kant,Wilhelm von Humboldt, Friedrich
Nietzsche und Martin Heidegger.
Im 20. Jahrhundert ist "Sprache" in den unterschiedlichsten Traditionen zu einem zentralen Thema der Philosophie geworden.
Dazu zählen:
- Eine Theorie der Sprache im Rahmen einer Philosophie der symbolischen Formen (Ernst Cassirer)
- Philosophen , die an die Humboldtsche Tradition anknüpfen (Walter
Benjamin, Martin Heidegger)
- Marxistische Sprachtheoretiker (Volosniov, Rossi-Landi)
- Poststrukturalismus (Michel Foucault, Jacques Derrida)
- Feministische Theoretikerinnen (Hélène Cixous, Julia Kristeva, Judith Butler)
- Literaturtheoretiker, deren Werk auch philosophische Bedeutung hat ( Michail Bachtin,Maurice Blanchot, Paul de Man)
- Philsophisch orientierte Semiotik im Anschluß an Charles S.Peirce (Umberto Eco)
- In den angelsächsischen Ländern dominierte die Analytische Philosophie. Als "Begründer" dieser Tradition sind vor allem Gottlob Frege, Edward Moore und Bertrand Russell zu
nennen. Zusammen mit dem frühen Ludwig Wittgenstein und
Rudolf Carnap (aus dem Wiener Kreis) sind sie auch gleichzeitig Vertreter einer "idealsprachlichen Schule" (Ideal Language
Philosophy), welche eine von Unreinheiten (d.h. Mehrdeutigkeiten etc.) befreite Sprache mit Hilfe der Logik konstruieren wollten.
Demgegenüber bildete sich später die "normalsprachliche Schule" (Ordinary Language Philosophy), deren prominenteste Vertreter
Ludwig Wittgenstein, John Langshaw Austin und John
Rogers Searle sind. Auch H. Paul
Grice lieferte wichtige Beiträge im Kontext ihrer Betrachtungen. Die strikte Unterscheidung zwischen diesen beiden Schulen
ist allerdings heute weder nützlich noch haltbar, Philosophen wie Willard Van Orman Quine, Hilary Putnam, Donald Davidson, Peter F. Strawson oder Michael Dummett lassen sich nicht einfach einer der beiden Richtungen zuordnen.
Ab Ende der 50er Jahre kommt vor allem durch Noam Avram Chomsky und
später dann Jerry Alan
Fodor eine mentalistische Richtung auf, einige sprechen auch von einem "cognitive turn".
Sprachforscher, die in ihren Werken sprachphilosophische Themen behandelt haben: Wilhelm von Humboldt, Richard Fester,
Benjamin Whorf.
siehe auch: Philosophische Grammatik
Literatur
Als Überblick bzw. zum Einstieg geeignet sind:
- Blume, Thomas & Demmerling, Christoph: Grundprobleme der analytischen Sprachphilosophie: Von Frege zu Dummett. Paderborn
u.a.: Schöningh, 1998. UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher; 2052.
- Runggaldier, Edmund: Analytische Sprachphilosophie. Stuttgart u.a.: Kohlhammer, 1990. Grundkurs Philosophie; 11.
Urban-Taschenbücher; Bd 395.
- Borsche, Tilman [Hg.]: Klassiker der Sprachphilosophie: von Platon bis Noam Chomsky. München: Beck, 1996.

