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Sowjetunion

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Flagge der UdSSR
Flagge der Sowjetunion
Basisdaten
Amtssprache Offiziell je nach Sowjetrepublik unterschiedlich; faktisch Russisch
Hauptstadt Moskau
Fläche 22 402 200 km²
Einwohner 290 100 000 (1991)
Bevölkerungsdichte 13 Einwohner/km²
Währung 1 Rubel = 100 Kopeken
Gliederung 15 Unionsrepubliken, sowie 20 Autonome Republiken und 8 Autonome Gebiete
Top-Level-Domain .su
Die UdSSR in der Welt
Karte der UdSSR

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR)) war ein ursprünglich sowjetdemokratisch, ab 1923 verfassungswidrig und ab 1936 offiziell parlamentarisch, in der Realität jedoch von Anfang an totalitär regierter Staatenbund. Sie bestand von 1922 bis 1991 als Zusammenschluss von Teilstaaten (Unionsrepubliken), die nach der russischen Oktoberrevolution auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches sowie später in von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen dazu eroberten Gebieten errichtet wurden.

Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei. Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5000 Kilometern. Die Sowjetunion umfasste 11 der 24 Zeitzonen der Erde.

Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion

Das ehemalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den – allerdings schnell entmachteten – Räten, (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden.

Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die sogenannte Neue Ökonomische Politik eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.

Außenpolitik

Als eine seiner ersten Amtshandlungen beendete der Rat der Volkskommissare den ersten Weltkrieg für Russland durch die Annahme des Friedens von Brest-Litowsk mit dem deutschen Kaiserreich, das den späteren Revolutionsführer Lenin zuvor massgeblich unterstützt hatte. Nach dem Zusammenbruch der deutschen Monarchie wurde dieser Friedensschluß allerdings als bedeutungslos angesehen.

In der Außenpolitik fuhr die Sowjetunion in den 1920er und 1930er Jahren eine Doppelstrategie. Sie unterstützte offen eine von ihr gewünschte proletarische Weltrevolution, um die eigene Isolation zu überwinden und tatsächlich zur Errichtung des Sozialismus als erster Stufe einer klassenlosen Gesellschaft fortschreiten zu können. Eine wichtige, sich in Moskau befindliche Organisation dabei war die Kommunistische Internationale (Komintern). Da sich aber die von Lenin und Trotzki geführte russische Revolution nirgends wiederholte, war die UdSSR auf Verhandlungen mit den anderen, von ihr als imperialistisch und feindlich angesehenen Staaten angewiesen; nicht zuletzt, um ihre nötigsten Existenzbedürfnisse befriedigen zu können. Die Jahre des Kriegskommunismus wirkten lange Zeit traumatisch auf die sowjetische Wirtschaft.

Ein wichtiger Schritt aus der selbstgewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei.

Zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland pflegte die Sowjetunion freundschaftliche Beziehungen und schloss mit diesem am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Nazi-Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest.

Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die "verwandten Völker" der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftabkommen zwischen den beiden Staaten.

Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den sogenannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Trotz der sowjetischen Niederlage musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Finnokarelische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete.

Im Juni 1940 annektierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina.

Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion überraschend von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front. Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast.

Die Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im östlichen Teil Deutschlands (u.a. in der SBZ) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa. In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.

Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg


Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, sogenannte Volksdemokratien errichtete.

Der XX. Parteitag der KPdSU proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus.

Die von Michail Gorbatschow eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, führten aber letztendlich zum Untergang des Staates.

Im Jahr 1991 erklärten die baltischen Unionsrepubliken als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.

Führungsspitze der Sowjetunion

Parteichefs der Bolschewiki (19031918), der Kommunistischen Partei Russlands (1918–1925) bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion/ KPdSU (19251991), und somit eigentliche Machthaber, waren:

  1. 19031924: Wladimir Iljitsch Uljanow (Pseudonym: Lenin)
  2. 19221953: Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (Stalin) (Generalsekretär)
  3. 19531964: Nikita Sergejewitsch Chruschtschow (Erster Sekretär)
  4. 19641982: Leonid Iljitsch Breschnew (ab 1966 Generalsekretär)
  5. 19821984: Juri Wladimirowitsch Andropow (Generalsekretär)
  6. 19841985: Konstantin Ustinowitsch Tschernenko
  7. 19851991: Michail Sergejewitsch Gorbatschow

Regierungschefs der Sowjetunion: (19171946: Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, 19461991: Vorsitzende des Ministerrates, 28.8.1991–25.12.1991: Ministerpräsident der UdSSR und Vorsitzender des Interrepublikanischen Wirtschaftskomitees)

  1. 19171924: Wladimir Iljitsch Uljanow (Pseudonym: Lenin) Begründer der Bolschewistischen Partei
  2. 19241930: Aleksej Iwanowitsch Rykow
  3. 19301941: Wjatscheslaw Michajlowitsch Molotow
  4. 19411953: Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (Stalin)
  5. 19531955: Georgi Maximilianowitsch Malenkow
  6. 19551958: Nikolaj Alexandrowitsch Bulganin
  7. 19581964: Nikita Chruschtschow
  8. 19641980: Aleksej Nikolajewitsch Kossygin
  9. 19801985: Nikolaj Tichonow
  10. 19851991: Nikolaj Ryschkow
  11. 1991: Valentin Pawlow (Januar bis August)
  12. 1991: Iwan Silajew (August bis Dezember)

Staatsoberhäupter der Sowjetunion (19221938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 19381989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 19891990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 19901991: Staatspräsident)

  1. 19191946: Michail Iwanowitsch Kalinin
  2. 19461953: Nikolaj Michailowitsch Schwernik
  3. 19531960: Kliment Jefremowitsch Woroschilow
  4. 19601964: Leonid Iljitsch Breschnew
  5. 19641965: Anastas Iwanowitsch Mikojan
  6. 19651977: Nikolaj Wiktorowitsch Podgorny
  7. 19771982: Leonid Iljitsch Breschnew
  8. 19831984: Juri Wladimirowitsch Andropow
  9. 19841985: Konstantin Ustinowitsch Tschernenko
  10. 19851988: Andrej Andrejewitsch Gromyko
  11. 19881991: Michail Sergejewitsch Gorbatschow (ab 1990 Präsident der Sowjetunion)

Nationalhymne

Bis 1944 war die Internationale die Nationalhymne der Sowjetunion. Im Jahre 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow (* 1883; † 1946) eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne und Sergej Wladimirowitsch Michalkow (* 1913) schrieb den Text. Diese Hymne wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt.

Diese Hymne erfuhr 1977 als Folge der Entstalinisierung ihre einzige Änderung, bei der Stalins Name aus dem Text entfernt wurde.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.

Text

Der Text der alten Sowjethymne lautet in deutscher Übersetzung wie folgt:

Von Russland, dem großen, auf ewig verbündet,
Steht machtvoll der Volksrepubliken Bastion.
Es lebe, vom Willen der Völker gegründet,
Die einig' und mächtige Sowjetunion.
Ruhm sei und Lobgesang dir, freies Vaterland!
Freundschaft der Völker hast fest du gefügt.
Fahne der Sowjetmacht, Fahne in Volkes Hand,
Du sollst uns führen von Siege zu Sieg.
O Sonne der Freiheit durch Wetter und Wolke!
Von Lenin, dem großen, ward Licht unserm Pfad.
Und Stalin erzog uns zur Treue dem Volke,
Beseelt uns zum Schaffen, zur heldischen Tat.
Ruhm sei und Lobgesang dir, freies Vaterland!
Freundschaft der Völker hast fest du gefügt.
Fahne der Sowjetmacht, Fahne in Volkes Hand,
Du sollst uns führen von Siege zu Sieg.
Wir haben in Schlachten das Heer uns geschaffen
Und schlagen den Feind, der uns frech überrannt.
Entscheiden das Los von Geschlechtern mit Waffen
Und führen zum Ruhm unser heimatlich Land.
Ruhm sei und Lobgesang dir, freies Vaterland!
Freundschaft der Völker hast fest du gefügt.
Fahne der Sowjetmacht, Fahne in Volkes Hand,
Du sollst uns führen von Siege zu Sieg.

Literatur

Weblinks

Siehe auch


Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

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Transkaukasische SFSR (1922-36) | Karelo-Finnische SSR (1940-56)






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