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Paderborn

Wappen Karte
Wappen der Stadt Paderborn Karte Paderborn in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Paderborn
Gemeindeart: Große kreisangehörige Stadt
Fläche: 180 km²
Einwohner: 139.566 (31. Januar 2004)
Bevölkerungsdichte: 774 Einwohner je km²
Höhe: 94 - 347 m ü. NN
Postleitzahlen: 33041 - 33106
(alt: 4790)
Vorwahl: 05251, 05254, 05293
Geografische Lage: 51° 43′ n. Br.
8° 45′ ö. L.
Kfz-Kennzeichen: PB
Gemeindeschlüssel: 05 7 74 032
Stadtgliederung: Kernstadt und
7 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Abdinghof 11
33098 Paderborn
Offizielle Website: www.paderborn.de
E-Mail-Adresse: info@paderborn.de
Politik
Bürgermeister: Heinz Paus (CDU)
Regierende Partei: CDU
Schulden: 127 Mio. € (vsl. Stand: 2004)

Die alte Universitätsstadt Paderborn liegt im Nordosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die größte Stadt und Kreisstadt des gleichnamigen Kreises innerhalb der Region Ostwestfalen-Lippe (Regierungsbezirk Detmold) ist nach der Landesplanung eines der Oberzentren des Landes und hat den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt.

Die Stadt in ihren heutigen Grenzen besteht seit der Gebietsreform des Jahres 1975, als die Stadt Paderborn durch Eingliederung umliegender Gemeinden vergrößert wurde. Dadurch überschritt die Einwohnerzahl die 100.000-Grenze und machte Paderborn zur Großstadt. Heute gehört Paderborn mit ca. 140.000 Einwohnern zu den kleineren Großstädten des Landes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Paderborn liegt im südöstlichen Winkel der Westfälischen Tieflandsbucht, hart südlich der oberen Lippeniederung in der Quellmulde der Pader, am Fuß der hier nach Süden und Osten ansteigenden Paderborner Hochfläche und östlich des Austritts der Alme zur Lippe. Mit ca. 4 km Länge ist die Pader, Namensgeber der Stadt, und mit über 200 Quellen (=Born), der kürzeste Fluss Deutschlands. Neben den genannten Flüssen gibt es im Stadtgebiet noch folgende Seen: Altensenner See, Lippesee, Padersee, Nesthauser See, Rothesee

Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich im Stadtteil Neuenbeken und misst 347 m über NN, der niedrigste im Stadtteil Sande und misst 94 m über NN.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Paderborn. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Kreis Paderborn:
Hövelhof, Bad Lippspringe, Altenbeken, Lichtenau, Borchen, Salzkotten und Delbrück

Geschichte

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind entweder Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1272 ca. 500
1571 553
1763 2.500
1831 7.760
1871 13.726
1. Dezember 1875 ¹ 13.701
1. Dezember 1890 ¹ 17.986
1. Dezember 1895 ¹ 19.980
1. Dezember 1900 ¹ 23.502
1. Dezember 1905 ¹ 26.469
1. Dezember 1910 ¹ 29.441
8. Oktober 1919 ¹ 32.095
Jahr Einwohnerzahlen
16. Juni 1925 ¹ 33.719
16. Juni 1933 ¹ 37.272
17. Mai 1939 ¹ 42.490
13. September 1950 ¹ 40.270
6. Juni 1961 ¹ 53.984
31. Dezember 1970 68.200
30. Juni 1975 103.500
30. Juni 1980 109.600
30. Juni 1985 109.800
1. Januar 1989 114.148
30. Juni 1997 135.900
31. Januar 2004 139.566

¹ Volkszählungsergebnis

Religion

In Paderborn wurde im 9. Jahrhundert das gleichnamige Bistum gegründet, aus dem sich später das Hochstift Paderborn als geistliches und zugleich weltliches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation entwickelte, das bis 1802 bestand. Von Lippstadt und Hessen aus wurde ab 1525 versucht, die Reformation einzuführen. Sie begann im Minoritenkloster und wurde aber 1528 durch einen Aufruhr Bischofs Erich beendet. 1532 begannen erneut Versuche im Minoritenkloster die Reformation einzuführen. Ab 1566 gab es sogar starke Bestrebungen, die Reformation einzuführen, sogar im Domkapitel. Die Marktkirche wurde protestantisch. Ab 1580 erfolgte durch die Jesuiten eine starke Rekatholisierung, 1596 ließ Bischof Dietrich die protestantische Marktkirche gewaltsam schließen. Trotz großer Unterstützung durch die Hessen konnte sich die protestantisch gesinnte Stadt jedoch nicht durchsetzen, da sich Bischof Dietrich 1604 die Stadt wieder vollständig unterwarf. Danach gab es keine protestantischen Gottesdienste mehr in der Stadt. Ein kurzes Aufblühen des Protestantismus um 1622 konnte jedoch den Katholizismus nicht mehr besiegen und so blieb Paderborn bis 1802 eine ausschließlich katholische Stadt. Neben dem Dom gab es mehrere Pfarrkirchen. Nach Aufhebung des Hochstifts Paderborn wurde Anfang des 19. Jahrhunderts das Bistum Paderborn neu umschrieben und auf Grund des Preußenkonkordates von1929 im darauf folgenden Jahre zum Erzbistum erhoben. Die heutigen Pfarrgemeinden der Stadt gehören alle zum Dekanat Paderborn innerhalb der Region Hochstift des Erzbistums.

Ab 1802 formierte sich auch eine protestantische Gemeinde, die infolge Zuzugs immer weiter wuchs. Ihr wurde zunächst die Abdinghofkirche, dann die Alexiuskapelle, 1817 die Busdorfkirche und 1863 endgültig die Abdinghofkirche zur Verfügung gestellt. Gehörten die Protestanten der Stadt zunächst zur Kreissynode Bielefeld, so wurde Paderborn 1840 Sitz einer eigenen Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen bzw. deren westfälischer Provinzialkirche. Aus der Kreissynode Paderborn entwickelte sich der heutige "Kirchenkreis Paderborn", zu dem heute 24 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen gehören. Der Kirchenkreis umfasst alle Kirchengemeinden der Kreise Höxter und Paderborn sowie die Kirchengemeinde Lügde aus dem Kreis Lippe. Die 3 Kirchengemeinden auf dem Paderborner Stadtgebiet sind Paderborn (Abdinghofkirche, Martin-Luther-, Markus-, Matthäus-, Johannes- und Lukas-Gemeindezentrum sowie Gemeindezentrum Auf der Lieth), Elsen und Schloß Neuhaus (mit den Kirchen in Schloß Neuhaus und in Sennelager). Die Protestanten der Stadtteile Benhausen, Marienloh und Neuenbeken gehören zur benachbarten Kirchengemeinde Bad Lippspringe.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden in Paderborn gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die "Freie Christengemeinde" und das "International Christian Fellowship (Lukas Zentrum)" (beide zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehörig), eine Freie Evangelische Gemeinde (FeG) und eine Adventgemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche (gegründet 1952, Kirchweihe 1963) ist in Paderborn vertreten. Des Weiteren gibt es 6 Gemeinden der Zeugen Jehovas, 4 davon in Englisch, Italienisch, Russisch und Türkisch. An der Talle steht das Gotteshaus der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde.

In Paderborn existieren zwei islamische Gemeinden und eine jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge. Die jüdische Kultusgemeinde Paderborn umfasst dabei die Kreise Paderborn, Soest und Höxter.

Im Jahr 2004 sind ca. 55% der Paderborner Bevölkerung katholisch, 20% evangelisch und 25% ohne Bekenntnis oder sonstiges.

Politik

An der Spitze der Stadt stand seit etwa 1100 ein vom Bischof ernannter "comes civitatis". Seit dem 13. Jahrhundert kam allmählich auch ein Rat und ein Bürgermeister auf. Bischof Bernhard V. gewährte die freie Ratswahl, die jährlich an Silvester stattfand. Im 15. Jahrhundert gab es einen 40-köpfigen Bürgerausschuss, welcher jährlich an Mariä Lichtmess (2. Februar) gewählt wurde. Ab 1532 wurde die Zahl auf 24 reduziert. Er wurden dann vom Rat, und dieser wiederum vom Bürgerausschuss gewählt. Daneben gab es im 15. und 16. Jahrhundert den "Vierer", ein aus den vier Bauerschaften der Stadt gewähltes Gremium, das den Rat zu bestätigen hatte. 1599 bis 1604 leitete ein fürstbischöflicher Amtmann und Schultheiß, der über dem Rat stand, die Stadt. Der Rat hatte dann 12 Mitglieder, darunter 2 Bürgermeister und 2 Kämmerer. 1619 und 1639 wurde die Verwaltung reorganisiert. Ab 1800 gab es einen Magistrat, der aus einem regierenden und einem beisitzenden Bürgermeister, einem Syndikus, 2 Kämmerern, 8 Ratsherren und 4 Gemeinheitsdeputierten bestand. Ab 1805 gab es den Stadtmagistrat mit einem Stadtdirektor und 1807 bildete die Stadt einen Kanton mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein Bürgermeister und ein Rat die Stadt. Ende des 19. Jahrhunderts trug das Stadtoberhaupt teilweise den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Bürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Bürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Bürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Stadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Bürgermeister

Stadtdirektoren

Rat der Stadt

Der Rat der Stadt Paderborn hat gegenwärtig 58 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Paderborns besteht aus der Kernstadt (dem Zentrum) und den Stadtteilen Benhausen, Dahl, Elsen, Marienloh, Neuenbeken, Schloß Neuhaus/Sande und Wewer (§ 3 der Hauptsatzung). Bei den sieben Stadtteilen handelt es sich um die 1969 und 1975 im Rahmen der Gebietsreform eingegliederten ehemals selbständigen Gemeinden, wobei Schloß Neuhaus und Sande einen gemeinsamen Stadtbezirk bilden. Jedoch wird Sande weiterhin als eigener Stadtteil geführt.

In den Stadtbezirken Schloß Neuhaus/Sande und Elsen werden vom Rat der Stadt nach jeder Kommunalwahl Bezirksausschüsse eingerichtet. Für die übrigen Stadtteile wählt der Rat der Stadt jeweils einen Ortsvorsteher. Ferner gibt es in den Stadtbezirken Schloß Neuhaus/Sande und Elsen jeweils eine Bezirksverwaltungsstelle. Die Bezirksausschüsse und die Ortsvorsteher sollen die Belange des Stadtteiles gegenüber dem Rat wahrnehmen und können auch bestimmte Aufgaben der laufenden Verwaltung übertragen bekommen.

Neben den genannten Stadtteilen unterscheidet man noch einen weiteren neu entstandenen Stadtteil Sennelager. Somit unterscheidet man in Paderborn neben der Kernstadt (dem Zentrum) heute folgende Stadtteile:
Benhausen, Dahl, Elsen, Marienloh, Neuenbeken, Sande, Schloß Neuhaus, Sennelager und Wewer

Wappen

Das Wappen der Stadt Paderborn zeigt in Rot vier goldene Pfähle unter einem roten Schildhaupt mit durchgehendem ebenfalls goldenem Kreuz. Die Stadtfarben sind rot-gelb. Das Wappen wurde der Stadt 1931 vom Innenministerium des Staates Preußen verliehen. Es hat aber bereits eine alte Tradition. Das Kreuz steht für das ehemalige Hochstift Paderborn. Die Pfähle werden mit dem Stadtbanner erklärt, das in den Siegeln der Stadt im 13. Jahrhundert auftaucht. Man spricht gelegentlich auch von einem „redenden“ Wappen, denn die Pfähle können auch von „Palborn“, der mundartlichen Bezeichnung der Stadt, herrühren.

Städtepartnerschaften

Paderborn unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßen

Paderborn liegt an der A33, der Verbindungsautobahn zwischen der A2 Oberhausen-Berlin und der A44 Dortmund-Kassel. Von Westen, aus Richtung Dortmund/Soest ist die Stadt über die B1 erreichbar, von Osten aus Richtung Höxter über die B64, die auch in nordwestlicher Richtung nach Münster führt. Von Süden aus Richtung Warburg/Korbach ist die Stadt über die B68 erreichbar.

Öffentlicher Verkehr

Paderborn ist Haltepunkt auf der ICE/IC Strecke (Köln-)Düsseldorf-Erfurt(-Leipzig/Dresden). Darüber hinaus bestehen Nahverkehrsverbindungen in das Ruhrgebiet, nach Hannover, Braunschweig und Bielefeld.
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen nach der Privatisierung die Busse des PaderSprinters (früher war es die PESAG = Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG). Alle Linien fahren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Nahverkehrsverbunds Paderborn-Höxter.

Flughafen

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt liegt rund 15 km südlich der Stadt und etwa 2 km vom Dorf Ahden entfernt, das zur Gemeinde Büren gehört. Angeboten werden verschiedene inländische Ziele, wie Frankfurt am Main, Stuttgart, München, aber auch ausländische Ziele wie London und Manchester. Darüber hinaus starten viele Chartermaschinen in südliche Urlaubsziele.

Zwischen dem Hauptbahnhof Paderborn und dem Flughafen verkehren stündliche Schnellbuslinien, die 20 Min. benötigen.

Der Flughafen ist direkt von der A44, über die Abfahrt Büren, zu erreichen.

Medien

In Paderborn heißen die 2 großen Tageszeitungen Neue Westfälische (www.nw-news.de) und Westfälisches Volksblatt.

Der lokale Radiosender nennt sich Radio Hochstift und kann im Stadtgebiet unter 88.1 und 93.7 empfangen werden.


Bildung/Forschung


Weitere Bildungseinrichtungen:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Die Westfälischen Kammerspiele mit einem eigenen Ensemble, die Studiobühne der Universität (Studierende unter Anleitung eines Theaterwissenschaftlers) und das Amalthea-Theater führen zahlreiche Theaterstücke auf.

Das Ensemble der Kammerspiele wurde bereits mehrfach zum bedeutenden NRW-Theatertreffen eingeladen. Der Neubau eines Theatergebäudes der Kammerspiele für 21 Millionen Euro ist geplant und soll 2005/2006 realisiert werden.

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