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Die Mengenlehre ist ein Teilgebiet der Mathematik, welches sich mit den Eigenschaften von Mengen beschäftigt. Sie ist die Grundlage der modernen Mathematik und bietet ein einheitliches Grundgerüst für zahlreiche Disziplinen wie Algebra, Analysis, Stochastik oder Topologie. Darüber hinaus ist sie von zentraler Bedeutung für die Aussagenlogik.
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Die Mengenlehre geht zurück auf Georg Cantor. Nach seiner Definition ist eine Menge "eine Zusammenfassung von bestimmten wohl unterschiedenen Objekten der Anschauung oder des Denkens, welche die Elemente der Menge genannt werden, zu einem Ganzen". Die von Cantor eingeführte naive Mengenlehre führte jedoch schon bald zu unlösbaren Widersprüchen (Russellsche Antinomie).
Die axiomatische Mengenlehre (Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre) verzichtet deshalb auf eine Definition der Menge und
benutzt ihn als Grundbegriff. Eine Menge wird durch die Angabe aller Elemente bzw. ihrer Grundeigenschaften festgelegt. Die
einzige Grundrelation ist
(gesprochen Element
von), z.B. x
M, wenn x
als Element in M enthalten ist. In vielen Artikeln dieser Enzyklopädie verwenden wir die Schreibweise "x in
M" oder "x aus M", manchmal auch das HTML-Zeichen ∈, welches jedoch von manchen Browsern nicht korrekt
dargestellt wird.
Eine alternative Mengentheorie kann man aufbauend auf der Kategorientheorie mit Hilfe von Topoi definieren.
In den 1970er Jahren wurde die Mengenlehre in die Grundschulen eingeführt, nach wenigen Jahren aber zugunsten des traditionellen Rechenunterrichts wieder abgeschafft. Siehe dazu den Artikel "Neue Mathematik".
Zum besseren Verständnis der Mengenlehre werden sog. Venn-Diagramme (bzw. Mengendiagramme) benutzt.
Seien beliebige Teilmengen der Menge
.
(A ist Teilmenge von B, oder auch B ist Obermenge von A), wenn jedes Element von A
auch Element von B ist, d.h. A ist enthalten in oder gleich B. In Prädikatenlogik:
.
(A ist
echte Teilmenge von B oder B ist echte Obermenge von A), wenn die Menge A enthalten in B, aber ungleich
B ist: 
(A geschnitten
mit B) ist die Menge aller Elemente, die sowohl in A als auch in B enthalten sind.
(A vereinigt mit
B) ist die Menge der Elemente, die in A oder in B oder beiden Mengen liegen.
bezeichnet das Komplement von
in
, das ist die Menge aller Elemente von
, die nicht in A liegen.
(A ohne B) ist
die Menge aller Elemente, die in A enthalten sind, aber nicht in B
ist die Menge aller Elemente,
die in einer aber nicht in beiden der gegebenen Mengen liegen
bezeichnet die Mächtigkeit (auch Kardinalität) der
Menge , also die Anzahl der Elemente von . Für eine
endliche Menge ist die Mächtigkeit eine natürliche Zahl; bei
unendlichen Mengen unterscheidet man nach verschiedenen Graden der Unendlichkeit.
oder auch bezeichnet.
ist die Menge aller Teilmengen von
.
gewählt. Diese
Bezeichnung ist aber nicht immer einheitlich: In manchen Texten ist bei dem Zeichen
auch die Gleichheit der beiden Mengen zugelassen. In diesem Fall
ist für die Auszeichnung einer echten Teilmenge etwa das Symbol
gebräuchlich.
, oder symbolisiert.
,
und
sind Relationen. Die Negation dieser Relationen kann durch das durchgestrichene jeweilige Relationssymbol
bezeichnet werden, also zum Beispiel durch
.
Außerdem ist es möglich, die Reihenfolge der beiden Argumente zu vertauschen, wenn dabei auch das Relationssymbol umgedreht wird.
So kann also anstelle von
auch
, anstelle von
auch
und anstelle von
auch
geschrieben werden. Auch ein gleichzeitiges Durchstreichen und
Umdrehen dieser Relationssymbole ist denkbar.
und
sind verschieden.siehe auch: Fehlmenge, Nichtmenge, Obermenge
Wir betrachten die Mengen
,
und . Es gelten:
, 
,
, 
, 


,
,
, 
,
,
, 
,
, 
= 3,
= 2,
= 0,
= 1

, 
, 

Die Menge
ist
bezüglich der Relation
partiell geordnet, denn für alle
gilt:
und
folgt
und
folgt 
Die Mengen-Operationen Schnitt
und Vereinigung
sind zueinander kommutativ, assoziativ und distributiv:
Für die Differenzmenge gelten folgende Gesetzmäßigkeiten:
Für die symmetrische Differenz gelten folgende Gesetzmäßigkeiten:

Die Algebra der Mengen ist eine so genannte Boolesche Algebra.
Siehe auch: Universum (Mathematik)


