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Interferenz beschreibt die Überlagerung von zwei oder mehr Wellen nach dem Superpositionsprinzip.
Bei der Überlagerung von zwei Wellen mit gleicher Wellenlänge, gleicher
Frequenz und gleichem Takt bzw. gleicher Phase verstärkt sich die Amplitude - man spricht dann von
konstruktiver Interferenz; sind die beiden Wellen um 180° Phasenverschoben so löschen sie sich gegenseitig aus, wenn ihre
Amplitude gleich gross ist - die sogenannte destruktive Interferenz.
Eng benachbarte Frequenzen erzeugen bei Interferenz einen Mittelton, der Schwebungen aufweist. Interferenz zweier gegenlaufender Wellen gleicher Frequenz führt zu einer stehenden Welle.
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Die Überlagerung zweier Wellen gleicher Frequenz und Amplitude lässt anhand der trigonometrischen Additionstheoreme berechnen.
Werden die beiden Wellen und mit der gemeinsamen Frequenz , der Amplitude
und den Phasen und durch
und

beschrieben, so ergibt sich für die resultierende Überlagerung der Wellen
d.h. es entsteht eine Welle derselben Frequenz, deren Amplitude von der Differenz der Phasen der beiden ursprünglichen Wellen
abhängt und deren Phase das Mittel der Phasen der ursprünglichen Wellen ist. Für gleiche Phasen der Wellen () wird der Cosinus Eins. Es ergibt sich eine Amplitude von , d. h. die Amplitude verdoppelt sich gegenüber den Ausgangsamplituden, was konstruktiver Interferenz
entspricht. Für eine Phasendifferenz von 180° () wird der Cosinus
Null, d.h. die resultierende Welle verschwindet. Dies entspricht destruktiver Interferenz.
Für gleiche Frequenz der Wellen, aber unterschiedliche Amplituden und Phasen lässt sich die resultierende Welle mittels
Zeigerarithmetik berechnen. Die beiden Wellen und besitzen die gemeinsamen Frequenz , die Amplituden
und und die Phasen
und . Die resultierende Überlagerung der
Wellen hat die Form

mit der Amplitude

und der Phase

Die Interferenz von zwei kreisförmigen Wellengruppen gleicher Wellenlänge, hier rot und grün dargestellt, erzeugt hyperbelförmige Interferenzmaxima, die hier weiß dargestellt sind.

Die Interferenz ist eine Grundlage für die Beugung (Diffraktion) und für die begrenzte Auflösung optischer Geräte.
Ein bekanntes Experiment, das die Wirkung der Interferenz verdeutlicht und oftmals zur Einleitung in die Quantenmechanik verwendet wird, ist das Doppelspaltexperiment (Thomas Young 1802). Dabei wird vor einer möglichst kompakten Elektronen- oder Photonenquelle ein Schirm mit zwei Spalten aufgestellt. Dahinter befindet sich ein Detektor bzw. weiterer Schirm, auf dem die Elektronen oder Photonen nachgewiesen werden. Ist nun bei der Durchführung des Versuchs ein Spalt verdeckt, so zeigt sich das erwartete Phänomen: beim Anwenden von Photonen ein Lichtstreifen auf dem letzten Schirm. Öffnet man nun aber beide Spalten, so entstehen nicht etwa zwei Lichtstreifen, sondern viele nebeneinander. Dies ist ebenfalls auf Interferenz zurückzuführen, da sich die Wellen des Lichts wie oben beschrieben überlagern und somit eine Abwechselnde Anordnung von Licht- und Schattenstreifen bilden.
In der Messtechnik werden Interferometer eingesetzt. Diese nutzen Interferenzerscheinungen zur Messung von Längen oder Phasenverschiebungen.


