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Farbige in Südafrika

Die Farbigen in Südafrika sind eine durch die Apartheid geschaffenen Bevölkerungskategorie, die verschiedene Untergruppen aufweist und die trotz des Namens nie nur über die Hautfarbe definiert wurde.

Die Festlegung der äußerlichen Unterschiede zwischen den "Weißen" und "Schwarzen" war immer fließend, was zu Zeiten der Apartheid auch teilweise tragische und skurrile Blüten trieb. So kam es etwa vor, dass das Kind "weißer" Eltern als "farbig" eingestuft wurde, was daran liegt, dass die "weiße", vor allem afrikaans-sprachige Bevölkerung auch einen erheblichen Anteil "nichtweißen Blutes" aufweist, der bei einzelnen Menschen besonders hervortritt.

Das Hauptunterscheidungsmerkmal zu den "Schwarzen" war nicht etwa die äußerliche Erscheinung, sondern ein ethnisches: "Farbige" sprechen keine Bantu- oder Khoisan-Sprache als Muttersprache und sind nicht "stammesmäßig" organisiert, außer den Griqua. Ihre Muttersprache ist meist Afrikaans und zum Teil auch Englisch, ihre soziale Organisation entspricht der von Gruppen, die ehemals von Europäern versklavt waren, das heißt weitestgehend europäischen Mustern. Fast alle Farbigen außer den Kapmalaien sind Christen.

Die größte Gruppe unter den "Farbigen" sind die Kap-Farbigen, englisch: Cape Coloureds oder afrikaans: Kaapse Kleurlinge.

Eine Untergruppe sind die Kapmalaien, englisch: Cape Malay, afrikaans: Kaapse Maleiers, die sich weniger durch ihr Äußeres von den anderen Farbigen unterscheiden, als vielmehr durch ihren Glauben: die Kapmalaien sind Moslems.

Die Vorfahren der Farbigen waren zum einen Teil die ehemalig versklavte Bevölkerung des Kaplandes. Diese Sklaven kamen sowohl aus anderen Teilen Afrikas als auch aus der ostasiatischen Inselwelt. Außerdem wurden etliche Khoi-Khoi ("Hottentotten") und wenige San ("Buschmänner") versklavt oder in einer Position minderen Rechts gehalten. Zum anderen Teil gab es immer wieder Verbindungen zwischen "Weißen" und "Nichtweißen", die in dieser Gruppe aufgingen. Einige dieser "Mischlingsgruppen", etwa die "Rehobother Baster", die Griqua, afrikaans: Griekwas, die Riemvasmaaker oder die oben genannten Kapmalaien entwickelten ein eigenes ethnisches Bewusstsein und wanderten teilweise aus der Kapprovinz aus oder wurden zwangsausgesiedelt wie die Riemvasmaaker, die aber nach den Ende der Apartheid zurückkehrten.




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