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Eriwan

Eriwan ist mit 1.066.100 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004) die größte Stadt und die Hauptstadt Armeniens. Eine veraltete deutsche Umschrift der russischen Form (ru: Ереван) des armenischen Stadtnamens Eriwan (Երևան, en: Yerevan, fr: Erevan) lautet Jerevan oder Jerewan. Eriwan ist das wichtigste Wirtschafts-, Kultur- und Wissenschaftszentrum des Landes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eine Festung namens Erebuni ist seit 782 v. Chr. nachweisbar. Die Stadt gehört damit zu den ältesten Städten der Welt. Sie war immer ein wichtiges Handelszentrum für Karawanen von Europa nach Indien.

Archäologische Fundstücke aus der Umgebung der Stadt beweisen, dass dort bereits im 8. Jahrhundert n. Chr. eine Festung der Urartäer bestand. Im Laufe ihrer langen Geschichte fiel die Eriwan viele Male unheilvollen Invasionen fremder Eroberer (Araber, Seldschuken, Mongolen) zum Opfer.

Im Jahre 1387 eroberten die Heerscharen des Timur Leng Eriwan. Seit dem 15. Jahrhundert gab es zwischen dem Osmanischen Reich und Persien einen pausenlosen Kampf um diese Stadt, die bald in die Gewalt des einen, bald des anderen Landes geriet. Am 13. Oktober 1827 nahmen russische Truppen unter Befehl des Generals Graf Iwan Fjodorowitsch Paskewitsch (1782-1856) die von den Persern gehaltene Stadt ein.

Nach der Oktoberrevolution 1917 war die Stadt drei Jahre lang Hauptstadt einer unabhängigen Republik und wurde 1920 Hauptstadt der Armenischen SSR in der Sowjetunion. Seit 1991 ist Eriwan die Hauptstadt des unabhängigen Armeniens.

Geografie und Klima

Eriwan liegt 950 bis 1.300 Meter über dem Meeresspiegel an den Ufern des Rasdan, einem Nebenfluss des Aras, in einem pittoresken hufeisenförmigen Talkessel, der von drei Seiten von Bergen umgeben ist. Nicht wegzudenken sind aus Eriwan und seiner Umgebung die überall sichtbaren Schneegipfel des aus der Bibel bekannten Ararat.

Das Klima Eriwans ist ausgeprägt kontinental mit einem trockenen, heißen Sommer und einem verhältnismäßig kalten kurzen Winter. Das Temperaturmittel des heißesten Monats August beträgt 25 Grad Celsius und des kältesten Monats Januar -6,4 Grad Celsius. Die Niederschlagsmenge ist gering und beträgt jährlich etwa 350 mm.

Wirtschaft und Verkehr

Eriwan ist, Anfang des 20. Jahrhunderts noch ein trostloses Provinznest des zaristischen Russland, die Hauptstadt Armeniens geworden, wo neben einer Entwicklung der Industrie ein Aufschwung des Bildungswesens, der Forschung und der Nationalkultur zu verzeichnen war. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich die Einwohnerzahl beinahe verdreizehnfacht.

In der Stadt entstanden Betriebe der elektrotechnischen, chemischen, Metall-, Textil-, Maschinenbau-, Leicht- und Nahrungsmittelindustrie. Eriwan ist zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Landes mit Straßen, Eisenbahn, U-Bahn und Flughafen geworden. Die Stadt besitzt eine Universität sowie eine Anzahl Forschungsstätten, Hoch- und Fachschulen.

Sehenswürdigkeiten

Von den mittelalterlichen Bauwerken sind von besonderem Interesse die im 13. Jahrhundert entstandene Kreuzkuppelkirche Katogike aus Tuff und die zwischen 1691 und 1705 erbaute Sorawar-Kirche mit acht Apsiden. Auf dem Hügel Arin-Berd befinden sich Reste der Urartu-Festung Erebuni, die König Argischti I. 782 v. Chr. erbauen ließ.

Im Historischen Museum, im Museum für Volkskunst und in der Gemäldegalerie, die über 14.000 Werke zählt, sowie in den vielen anderen Museen der Stadt gewinnt man einen Einblick in die Geschichte, Literatur und Kunst des armenischen Volkes.

In Eriwan befindet sich auch die berühmte Aufbewahrungsstätte alter Handschriften und Miniaturen Armeniens und anderer Länder: Matenadaran, wo etwa 13.000 einmalige armenische Handschriften auf Pergament und Papier, über 100.000 alte Archivalien sowie umfangreiche Sammlungen von Wiegendrucken aus verschiedenen Wissensbereichen aufbewahrt werden.

Siehe auch: Radio Eriwan

Weblinks

Interaktive Karte von Eriwan





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