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Donau

Das Flusssystem der Donau mit den zugehörigen Anliegerstaaten
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Das Flusssystem der Donau mit den zugehörigen Anliegerstaaten
Die Situation an der oberen Donau
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Die hydrografische Situation an der oberen Donau

Die Donau ist mit etwa 2.857 Kilometern ab Donaueschingen beziehungsweise rund 2.890 ab ihrer Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Nach Deutschland durchfließt der Fluss noch neun weitere europäische Staaten und mündet im ausgedehnten Donaudelta in das Schwarze Meer.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der rumänische Name der Donau lautet Dunărea, auf bulgarisch, serbisch und kroatisch heißt sie Dunav, auf ungarisch Duna, slowakisch Dunaj und englisch Danube. Alle diese Namen stammen vom lateinischen Danubius, dem Namen eines römischen Flussgottes, ab. Die Endung au entstammt dem germanischen ouwe (Aue, Fluss). Daneben gab es vor allem für die untere Donau die Bezeichnung lat. Hister, Ister von griechisch Ἴστρος (Ístros).

Geografie

Zusammenfluß von Inn, Donau und Ilz in Passau
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Zusammenfluß von Inn, Donau und Ilz in Passau

Die Donau ist der einzige große europäische Fluss, der von Westen nach Osten fließt. Die Nebenflüsse, die im Verhältnis am stärksten zur Wassermenge der Donau beitragen sind:

Die Donau durchquert bzw. streift folgende 10 Länder (in der Reihenfolge von Quelle zur Mündung):
Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Ukraine.

Die Donau fließt nach 2.852 km in Rumänien und der Ukraine ins Donaudelta, welches in das Schwarze Meer mündet. Im Gegensatz zu anderen Flüssen werden die Kilometer von der Mündung bis zu Quelle hochgezählt, offizieller Nullpunkt ist der Leuchtturm von Sulina am Schwarzen Meer. Die Donau hat einen Einzugsbereich von ca. 817.000 km2.

Geologie

Der trockene Fluss an der Donauversickerung
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Der trockene Fluss an der Donauversickerung

Obgleich die Oberläufe der Donau heutzutage verhältnismäßig kleiner sind, ist die Donau geologisch viel älter als der Rhein, mit dem sein Einzugsgebiet im heutigen Süddeutschland konkurriert. Dies führt zu einigen Besonderheiten.

Der Rhein ist der einzige Fluss der Alpen, der nördlich in Richtung zur Nordsee fließt. Dabei nimmt er die nördlich abfliessenden Wasser der Europäischen Wasserscheide auf. Diese teilt heute wie eine unsichtbare Linie Teile von Süddeutschland.

Noch vor der letzten Eiszeit jedoch, im Pleistozän, begann der Rhein erst an der südwestlichen Spitze des Schwarzwaldes. Das Wasser der Alpen, das heute in den Rhein fließt, wurde damals in der sogenannten Urdonau nach Osten getragen, die bis zur Rißeiszeit weiter nördlich im Tal der heutigen Altmühl und des Wellheimer Trockentals entlang der Linie Wellheim - Dollnstein - Eichstätt - Beilngries - Riedenburg floß. Die (heute wasserlosen) Schluchten in der heutigen Landschaft der Schwäbischen Alb sind Teile des Bettes dieses früheren Flusses, der erheblich größer war als die heutige Donau. Nachdem die Oberrheinische Senke gleichsam abgefressen worden war, änderte der größte Teil des Alpenwassers seine Richtung und speist heute den Rhein.

Das Jahrhunderthochwasser der Donau 1954 in Passau
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Das Jahrhunderthochwasser der Donau 1954 in Passau

Es fließen bis heute Teile des Donauwassers durch den porösen Kalkstein der Schwäbischen Alb in den tiefer liegenden Rhein. Da diese große Menge unterirdischen Wassers sich zugleich mehr und mehr in den umgebenden Kalkstein frisst, wird angenommen, dass die obere Donau eines Tages völlig zugunsten des Rheins verschwindet.

Bei Immendingen kommt es im Flusslauf zur sogenannten Donauversickerung, hier versickert ein großer Teil des Donauwassers im Boden und gelangt über unterirdische Höhlen im Karststein zum über 14km entfernten Aachtopf, von wo aus das Wasser in den Bodensee und später in den Rhein gelangt. Bei sehr wenig Wasser kann es zeitweise auch zur kompletten Versickerung kommen, die Donau wird dann nur noch von den Flüsschen Krähenbach und Elta gespeist. Da dieses Trockenfallen des Flusses in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen hat, wird ein Teil des Donauwassers durch einen Stollen an der Versickerungsstelle vorbeigeleitet. Der Stollen und das zugehörige Wehr befinden sich hinter dem Ortsausgang von Immendingen, der Stollen selbst führt nach Möhringen.

Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich zu einem Tieflandfluss. Faktoren wie etwa Schneeschmelzen und starke Niederschläge im Alpenraum begünstigen dabei das rapide Anschwellen des Flusses und die Entstehung von Hochwassern. Durch die zunehmende Regulierung des Flusses und die teilweise Zerstörung von Auen wurde dieser Effekt noch gesteigert und das Ausmaß der Hochwasser nahm in der Neuzeit zu. Die Höchststände der letzten hundert Jahre waren die Hochwasser von 1954, 1988 und 2002.

Geschichte

Ruinen des römischen Drobeta a.d. Donau
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Ruinen des römischen Drobeta a.d. Donau

Im siebten Jahrhundert vor Christus segelten die Griechen, die vom Schwarzen Meer her über die Stadt Tomis, das heutige Constanţa, kamen, flussaufwärts. Ihre Erkundungsreise endete am Eisernen Tor, einer felsigen Kataraktenstrecke voller Untiefen, deren gefährlicher Verlauf den griechischen Schiffen die Weiterreise unmöglich machte.

Unter den Römern bildete die Donau zwischen der Mündung und der Garnisonsstadt Drobeta am Eisernen Tor zeitweise die Grenze zu den heidnischen Völkern im Norden und war zugleich Route für den Truppentransport sowie die Versorgung der stromabwärts gelegenen Siedlungen mit Nachschub.

Auch für das türkische Heer war die Donau auf ihrem Feldzug durch Südosteuropa die zentrale Route für den Transport von Truppen und Nachschub. Der Fluss ermöglichte es ihnen, rasch vorzurücken, bereits 1440 führten sie 2000 km hinter der Mündung die ersten Schlachten um Belgrad. Die Eroberung allerdings gelang erst 1521 und nur wenige Jahre später, 1529, erreichte das Osmanische Heer mit Wien das Zentrum Mitteleuropas, wurde dort aber geschlagen. Obwohl die Osmanen so zwar gestoppt waren und ab der verlorenen Schlacht bei Mohacs 1687 allmählich wieder Land verloren, sollten sie doch bis zu ihrer endgültigen Vertreibung ab den russisch-türkischen Kriegen (1768 - 1774) bis zu den Balkankriegen 1912/13 der wohl bedeutendste politische Faktor Südosteuropas sein. Die Donau war dabei nicht nur die militärische und kommerzielle Hauptschlagader, sondern auch politische, kulturelle und religiöse Grenze zwischen Morgen- und Abendland.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1946 eine neue Regelung in Angriff genommen, die das Pariser Abkommen von 1921 ablösen sollte. Zur Belgrader Konferenz, die 1948 abgehalten wurde, waren alle Anrainerstaaten außer den Kriegsstaaten Deutschland und Österreich zugelassen. Mit Unterzeichnung des fertigen Übereinkommens wurde zugleich ein Anhang signiert, der Österreich anschließend in die Donaukommission aufnahm. Die Bundesrepublik Deutschland konnte dem Übereinkommen und der Donaukommission erst im März 1998 beitreten, fast 50 Jahre nach der Belgrader Konferenz.

Kulturgeschichte

Der zweitgrößte europäische Fluss hat in den Kulturen seiner Anrainerländer und teils darüber hinaus viele Spuren hinterlassen. Neben zahlreichen Sagen und Legenden haben sich auch Schriftsteller mit ihr auseinandergesetzt, von Ovid, der in der Tristia 3, 10 den starken Eindruck besang, den die zugefrorene Donau auf ihn machte, bis zu Claudio Magris und Peter Esterhazy, die sich am Ende des 20. Jahrhunderts mit dem Thema beschäftigten. Ihren berühmtesten kulturellen Widerhall fand sie jedoch in der Musik, im (ursprünglich mit einem anderen Text komponierten und uraufgeführten) Donauwalzer aus der Feder Johann Strauß'.

Wassernutzung

Trinkwasser

Die Donau ist entlang ihres Laufes für rund 10 Millionen Menschen eine bedeutende Trinkwasserquelle. In Baden-Württemberg beliefert der Zweckverband Wasserversorgung den gesamten Raum zwischen Stuttgart, Bad Mergentheim, Aalen und dem Alb-Donau-Kreis mit Trinkwasser, von dem gut 30% (2004: 30 Millionen Kubikmeter) aufbereitetes Donauwasser sind. Auch Städte wie Ulm oder Passau verwenden großteils noch Donauwasser als Trinkwasser.

Österreich dagegen bezieht zu 99% sein Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser, nur sehr selten (z.B. während Hitzeperioden in Wien) wird Wasser aus der Donau entnommen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen. Dasselbe gilt in Ungarn, das zu 91% Grundwasser verwendet. Auch die anderen Staaten entlang des Mittellaufs verzichten aufgrund der starken Verschmutzung auf die Verwendung von Donauwasser als Trinkwasser. Nur Orte an der Donau in Rumänien (wo der Strom wieder sauberer ist) versorgen sich noch weitgehend mit dem Wasser aus der Donau (Turnu-Severin, Donaudelta).


Wirtschaft

Schifffahrt

Die Donau in Wien
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Die Donau in Wien
Die Donau in Budapest
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Die Donau in Budapest

Die Donau ist erst ab Kelheim, rund 450 Kilometer hinter der Quelle, über eine Gesamtstrecke von 2415 km bis zur Mündung für die Binnenschifffahrt befahrbar. Durch den Main-Donau-Kanal bei Regensburg ist auch eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee bis ins Schwarze Meer gegeben.

Aus der Sicht der Donauschifffahrt wird die Donau in drei Bereiche eingeteilt:

Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum Beispiel Pelze, die meist noch mit einfachen Flößen den Fluss entlang transportiert wurden. Im Mittelalter wurden Boote, die nach dem langen und damals noch sehr gefährlichen Weg ihren Zielhafen erreicht hatten, häufig demontiert und als Feuerholz verkauft, um den beschwerlichen und langsamen Rückweg zu vermeiden.

Über die Jahrtausende konnten Boote stromaufwärts nur über Treideln vorankommen. Dabei wurden die Boote von Menschen oder Zugtieren, später auch Lokomotiven stromaufwärts gezogen. Dies endete im Jahr 1812, als in Wien das erste Donaudampfschiff in Betrieb genommen wurde. Dadurch wurden die Schiffe schneller, trotzdem dauerte die Reise allein von Wien nach Linz mit dem Schiff noch immer zwei bis drei Wochen. Kurze Zeit später, im Jahre 1829, wurde die erste Donaudampfschifffahrtsgesellschaft ins Leben gerufen. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war auch die Blüte der Kettenschiffe, die sich an einer zuvor fest in der Fahrrinne des Flusses verlegten Kette mit Dampfmaschinenkraft den Fluss "hinaufzogen". Solche Ketten wurden zuerst für die Strecke Wien - Bratislava verlegt, 1891 aber auch bei Regensburg.

Ursprünglich war die Donau ein offener Handelsfluss, nutzbar für jedermann. Im Pariser Frieden 1836 wurde dieses Recht auch erstmals kodifiziert. 120 Jahre später, am 18. August 1948, wurde auf der Belgrader Konferenz in der „Konvention über die Regelung der Schifffahrt auf der Donau“ dieses Recht erneut festgeschrieben, das Befahren der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt, nur Kriegsschiffen fremder Flagge ist das Befahren der Donau untersagt.

Fischerei

Die Bedeutung der Fischerei, von der an manchen Orten im Mittelalter die ganze Bevölkerung lebte, ist im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen. In Deutschland ist nur noch ein einziger Donaufischer zwischen Straubing und Vilshofen aktiv. In Österreich hingegen wird in bescheidenem Maß noch um Linz und Wien gefischt, von erheblicherer Bedeutung jedoch ist die Fischerei noch immer im Donaudelta.

Weinbau

In zwei (streng genommen drei) Staaten ist die Donau auch ein Weinanbaugebiet. Das qualitativ hochwertigste ist dabei die Wachau in Österreich, eines der besten mitteleuropäischen Weinbaugebiete überhaupt, dort werden hauptsächlich Grüner Veltliner, Riesling und Chardonnay angebaut.

In Ungarn wird Wein fast überall entlang der Donau zwischen Visegrad und der Südgrenze des Landes kultiviert, die Hauptstadt des ungarischen Weins war Vác. In der sozialistischen Ära verloren die früher berühmten ungarischen Weine stark an Qualität, seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch erlebt der ungarische Weinbau eine Renaissance.

Das angesprochene dritte Weinbaugebiet liegt in Deutschland bei Bach an der Donau zwischen Regensburg und Straubing und ist eine wirtschaftlich unbedeutende Kuriosität, zugleich aber ein letztes Relikt der bis auf die Römer zurückgehenden, ursprünglich lebendigen Kultur des sogenannten Baierweins an der deutschen Donau.

Tourismus

Neben vielen berühmten und sehenswerten Einzelzielen entlang der Donau sind zahlreiche Donaulandschaften und Nationalparks von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Naturpark Obere Donau in Deutschland, die Wachau sowie der Nationalpark Donau-Auen in Österreich, das Eiserne Tor in Rumänien und das transnationale Donaudelta.

Insbesondere auf der nicht schiffbaren und daher verkehrsfreien oberen Donau gibt es die Möglichkeiten zu Kanu-, Paddel- und Bootstouren, in Deutschland und Österreich ist die Donau darüberhinaus hervorragend mit langen Radwegen gesäumt, die hervorragend für Radwanderungen geeignet sind.

Auch der Flusskreuzfahrttourismus ist bedeutend, neben der vielbefahrenen Strecke von Wien nach Budapest fahren einzelne Schiffe auch von Passau bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison befahren über 70 Kreuzfahrtschiffe die Donau.

Der Lebensraum Donau

Über ihre vielen tausend Kilometer hinweg passiert die Donau viele Landschaften und Klimazonen und verändert so mehrmals ihren Charakter, entsprechend vielfältig ist ihre Flora und Fauna. Trotz zahlreicher, teils schwerer menschlicher Eingriffe, ist die Donau in vielen Abschnitten noch immer außerordentlich artenreich, dazu haben insbesondere Unterschutzstellungen einiger besonders sensibler Lebensräume beigetragen.

Fauna der Donau

Insgesamt sind über 230 Vogelarten an der Donau bezeugt, darunter auch seltene Arten wie Eisvogel, Seeadler, Schwarzstorch, Schwarzmilan und Steppenfalke.

Typische Donaufische sind Barbe, Nase, Blaunase, Aitel, Hasel, Brachse, Karpfen, Güster, Hecht, Zander, Barsch, Aal, Schied, Huchen, Sterlet und Welse, sowie Bitterling, Gründling, Schleimpeitzger, Schrätzer, Zingel und Streber, wobei die Störartigen anders als früher durch den Bau der Staustufe am Eisernen Tor nicht mehr bis Wien gelangen. Begünstigt durch verstärkten Landschaftsschutz und Renaturierungen von Donaueinzugsgebieten konnten seltenere Fischarten vor allem in Deutschland und Österreich wieder etabliert werden, so wurde der eigentlich seit 1975 ausgestorben geglaubte Hundsfisch (Umbra krameri) ein Hechtverwandter und österreichischer Endemit, 1992 wiederentdeckt und konnte im Rahmen von Nachzuchtprogrammen wieder angesiedelt werden.

Aber auch Säugetierarten wie Steinmarder, Edelmarder, Wiesel, Dachs oder gar Wildkatze, Biber und Otter sind hier heimisch.

Flora der Donau

Wichtige Baumarten der Weichholz-Auen sind die Silberpappel (Populus alba), am Oberlauf auch die Grau-Erle (Alnus incana) und natürlich auch die Silberweide (Salix alba). Für die Hartholz-Au ist die Schmallblättrige Esche (Fraxinus angustifolia) erwähnenswert, die von Wien abwärts vorkommt. Sonst wären hier noch Feld- und Flatter-Ulme und Stieleiche erwähnenswert.

Donaudurchbruch Schwäbische Alb
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Donaudurchbruch Schwäbische Alb

Bedeutende Nationalparks und Reservate

Naturpark Obere Donau

Die landschaftlich attraktiven Felsen im Donaudurchbruch gehören zu den wenigen, natürlich unbewaldeten Pflanzenstandorten in Deutschland. Da dieser Untergrund sehr trocken ist und die Temperaturen stark schwanken, konnten sich viele sehr lichthungrige Pflanzen, teils als eiszeitliche Relikte, hier erhalten. So kommt es im Nationalpark zur ungewöhnlichen Kombination von mediterraner, alpiner und tundrischer Flora. Mit fast 750 Pflanzenarten, darunter einigen bedrohten oder vom Aussterben bedrohten, ist die Region, die von menschlichen Einflüssen weitgehend verschont blieb, eine der artenreichsten Baden-Württembergs.


Naturschutzgebiet Donauleiten

Äskulapnatter (Elaphe longissima)
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Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Das Naturschutzgebiet Donauleiten ist donauabwärts zwischen Passau und Jochenstein auf der linken, nördlichen Donauseite gelegen. Es handelt sich um eine sehr steile Abbruchkante, an der sich der Bayrische Wald gegenüber der Molassesenke des Alpenvorlandes um über hundert Meter gehoben hat. Durch die Exponierung gegen Süden wärmen sich Granit und Gneis dieser Donauhänge auf und sorgen für ein fast mediterranes Klima. Daher haben auf dieser Klimainsel viele Arten die Klimaverschlechterung der letzten nacheiszeitlichen Wärmeperiode überlebt. So gelten die Donauleiten in Deutschland als bedeutendstes Vorkommen der bis zu zwei Meter langen schwärzlich-grünen Äskulapnatter. Auch die riesige (40 cm) prächtige grüne Smaragdeidechse und die Mauereidechse sind mediterranen Ursprungs. Sie sind allerdings durch Straßenbau und andere Maßnahmen ebenso gefährdet wie "alltäglicheren" Reptilien Ringelnatter, Glattnatter, Blindschleiche und Zauneidechse. Zahlreiche Greifvögel nisten in den Steilhängen, sogar Uhus lassen sich in der Dämmerung sehen. Die Vielfalt an Insekten ist bemerkenswert: Schwalbenschwanz, Segelfalter und großer Schillerfalter können häufig beobachtet werden. Sogar weißer und schwarzer Apollofalter kommen noch vereinzelt vor. Aufgrund der Mischung von mageren, eher sauren Trockenstandorten an den Steilhängen und feuchteren Laub- und Eichenwäldern auf humosen Felsterassen existiert eine abwechslungsreiche Flora: Zu nennen sind etwa Alpenveilchen, Graslilie, roter und gelber Fingerhut, Seidelbast und Orchideen wie das Mannsknabenkraut und Waldvögelein. Allerdings ist die intensive land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung für einen starken Rückgang dieser Arten verantwortlich zu machen.

Donauauen
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Donauauen

Nationalpark Donau-Auen

Eines der größten Auengebiete in Mitteleuropa sind die Donauauen nahe Wien bei Hainburg, dort erstreckt sich von der Lobau (noch auf Wiener Stadtgebiet) bis zur Einmündung der March der Nationalpark Donau-Auen, in dem rund 70 Fisch-, 30 Säugetier- und 100 Vogelarten leben.

Der Nationalpark Donau-Auen wurde nicht durch die Regierung Österreichs initiiert, sondern dieser wurde 1983 / 1984 durch Bürgerproteste vor dem beabsichtigen Bau eines Donaukraftwerks gerettet, der die Auen zerstört hätte. Dabei kam es zur spektakulären Besetzung der Hainburger Au durch mehrere tausend Menschen und einem von über 350.000 Menschen unterzeichneten Volksbegehren. Diese Bürgerbewegung gilt als die Geburtsstunde der österreichischen Grünen. 1996 wurden die Auen zum Nationalpark erklärt.

Donaudelta Seitenarm
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Donaudelta Seitenarm

Biosphärenreservat Donaudelta

Das Donaudelta, über 2000 km später in Rumänien, ist das Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer und -nach dem Wolgadelta- das zweitgrößte Flussdelta Europas. Das weltweit einmalige Ökosystem ist Europas größtes Feuchtgebiet und 5.000 km2 groß, es besteht aus 3 Haupt- sowie unzähligen Seitenarmen, Röhrichten, schwimmenden Inseln, Altarmen und Seen, aber auch Auwäldern sowie extremen Trockenbiotopen auf Dünen.

Zahlreiche Vogelarten (z.B. Pelikane, Reiher, Adler) finden dort ebenso Brut-, Rast- und Nahrungsplätze wie über 150 Fischarten, etwa Stör, Hansen, Karpfen, Wels, Zander, Hecht und Barsch. Die Flora besteht aus über 1.200 Spezies von Bäumen und Pflanzen, darunter seltene Arten wie die Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa).

1991 erklärte die UNESCO das Delta zu einem Teil des Weltnaturerbes, seitdem ist es Biosphärenreservat. Am 5. Juni 2000 verpflichteten sich die Regierungen Rumäniens, Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine zum Schutz und der Renaturierung der Feuchtgebiete entlang der etwa 1.000 Kilometer langen unteren Donau. Dieser so genannte Grüne Korridor wurde damit zum größten grenzüberschreitenden Schutzgebiet Europas.

Im Jahr 2004 entwickelte sich das Gebiet zunehmend zum Touristenziel. Allein zwischen Mai und Juli 2004 kamen fast 54.000 Gäste, was eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Schwerere menschliche Eingriffe

Wie viele andere Flüsse hat die Donau seit dem Beginn der Industrialisierung zahlreiche schwere Eingriffe durch Menschenhand erfahren. Nur 20% der Überschwemmungsgebiete, die im 19. Jahrhundert existierten, sind heute noch vorhanden und nur noch die Hälfte des Flusslaufs kann heute noch als zumindest "naturnah" bezeichnet werden.

Neben der zunehmenden Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und der Zuleitung von Abwässern sowie der Regulierung durch Wehre, Dämme, Staustufen und Kanäle (letzteres vor allem in Deutschland und Österreich) sind es vor allem Großprojekte, die dem Lebensraum Donau stark zusetzen. Da gleich 10 Staaten, darunter einige der ärmsten Lander Europas (z.B. Moldawien, Rumänien, Ukraine, Bulgarien) ihre vor allem wirtschaftlichen Interessen am Fluss wahrnehmen und von seiner Lage profitieren wollen, ist ein grenzüberschreitender Schutz schwierig.


Das Kraftwerk "Eisernes Tor"

Staudamm "Eisernes Tor"
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Staudamm "Eisernes Tor"

Im Jahr 1964 begannen das ehemalige Jugoslawien und Rumänien mit dem gemeinsamen Bau eines Wasserkraftwerks, das 1972 eröffnet wurde. Die Talsperre mit zwei Schleusen ließ einen 150 Kilometer langen Stausee entstehen, der Wasserspiegel wurde um 35 Meter gehoben. Neben der Energiegewinnung wurde auch die Wasserstraße Donau ausgebaut und die Schiffdurchfahrt durch die Sprengung der Katarakten im Fluss erleichtert.


Für den Stausee, dessen Ausläufer bis Belgrad reichen, mussten unter anderem die Stadt Orsova und fünf Dörfer weichen und die seit 1669 von Türken bewohnte Insel Ada Kaleh wurde überflutet. Die meisten Türken verliessen Rumänien und gingen in die Türkei. Insgesamt mussten 17.000 Menschen umgesiedelt werden, ihre angestammten und teils kulturell bedeutenden Wohnorte wurden vom Wasser begraben. Auch für die Umwelt hat die Errichtung des Damms Folgen gehabt, so können seither Störe nicht mehr zum Ablaichen die Donau hinaufschwimmen.

Um den kulturellen und ökologischen Schaden zu begrenzen, sind Objekte der Flora und Fauna, ebenso wie geomorphologische, archäologische und kulturhistorische Artefakte in zwei Nationalparks und Museen bewahrt worden, in Serbien im Djerdap Nationalpark (seit 1974, 63.608 ha) und in Rumänien im Portile de Fier Nationalpark (seit 2001, 115.655 ha).

Gabčíkovo-Nagymaros

Im Budapester Vertrag vom 16. September 1977 vereinbarten die Tschechoslowakei und Ungarn in Budapest den Bau eines riesigen Staustufenverbunds zwischen Gabcíkovo nahe Bratislava (Preßburg) und Nagymaros in Ungarn zur Energiegewinnung, erste Planungen für das Projekt reichten zurück bis in das Jahr 1946.

Von dem Bau wurden von internationalen und zunehmend auch ungarischen Experten zerstörerische Auswirkungen auf die nahen österreichischen Donauauen, die Landschafts- und Siedlungsräume entlang der slowakisch-ungarischen Grenze sowie die Budapester Wasserversorgung befürchtet. Nachdem bereits seit 1983 die Arbeiten daran verlangsamt wurden, gründete sich 1984 in Budapest Duna Kör, der "Donau-Kreis". Diese Umweltbewegung, die vielfach als Keim der "samtenen Revoloution" in Ungarn angesehen wird, fand starken Rückhalt in der Bevölkerung, 140.000 Menschen unterzeichneten ihre Petition gegen den Staudamm und 1988 kam es zu einer Demonstration mit rund 40.000 Teilnehmern vor dem ungarischen Parlament. Im Rahmen der politischen Erschütterungen des Ostblocks 1989 zog sich Ungarn dann unter dem Druck der Bevölkerung von dem Projekt zurück.

Die Tschechoslowakei sowie ab 1993 die Slowakei betrieben jedoch nicht nur den Weiterbau des Kraftwerks, sondern verklagten Ungarn 1993 und erneut 1997 beim Internationalen Gerichtshof auch auf die Erfüllung des Budapester Vertrages von 1977. Durch diese Situation sind die Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei bis in die Gegenwart schwer belastet, zumal Ungarn der Slowakei im Zusammenhang mit dem Bau Grenzverschiebungen vorwirft.

Hafen Giurgiulesti

Giurgiulesti Oil Terminal Project
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Giurgiulesti Oil Terminal Project

1995 gründete die moldawische Regierung Terminal S.A., ein Joint-Venture mit griechischer Beteiligung zur Errichtung eines Hafens mit angeschlossener Ölraffinerie an ihrem Uferstück bei Giurgiulesti. 1996 gewährte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung einen Kredit über 19 Millionen Dollar und erhielt damit einen Anteil von 20%. 41% hält die moldawische Tirex-Petrol und 39% die griechische Technovax. Der Grundstein für den Bau wurde im November 1998 gelegt, seither kommt das Projekt allerdings nur sehr mäßig voran. Gegenwärtig versucht die moldawische Regierung ihren Anteil zu verkaufen, seit 2003 werden vor allem Interessenten aus Russland und Aserbaidschan genannt.

Da das Donaudelta sehr nahe ist, würden Einträge belastenden Materials insbesondere im Falle von Havarien schnell und unverdünnt dorthinein gelangen und das Schutzgebiet stark gefährden. Entsprechend führten diese Pläne zwar zu Protesten durch Umweltschutzverbände, von der moldawischen Regierung aber werden sie konsequent weiterverfolgt.

Bystre-Kanal

Am 27. August 2004 wurde in der kleinen ukrainischen Stadt Wylkowe der Bystre-Kanal wiedereröffnet. Da er mitten durch das Naturreservoir des Donaudeltas führt und durch eine Senkung des Wasserspiegels eine irreparable Schädigung der einzigartigen Flora und Fauna nach sich ziehen könnte, protestierten zuvor unter anderem Umweltverbände, die rumänische Regierung und das EU-Umweltkommissariat gegen den Kanal. Die ukrainische Regierung entgegnete, dass hinter den Vorwürfen vor allem wirtschafliche Interessen Rumäniens steckten, da dieses bisher eine Art Monopol auf den Schifffahrtsverkehr zum Schwarzen Meer hätte, verbat sich die "Einmischung in innere Angelegenheiten" und begann ungeachtet aller Aufforderungen mit den Arbeiten.

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