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Die Armenische Apostolische Kirche, manchmal auch Gregorianische Kirche ist eine altorientalische Kirche, mit sechs Millionen Gläubigen in 30 Diözesen, davon neun in Armenien.
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Sie ist eine der ältesten Kirchen sui juris, die sich bis auf apostolische Zeiten zurückverfolgen läßt. Der Überlieferung nach haben die hl. Apostel Thaddäus und Bartholomäus in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts in Armenien gepredigt, die ersten Gemeinden gegründet und auch das Martyrium erlitten. Weil dem Armenischen Volk das Christentum von den Aposteln gebracht wurde, nennt sich die Armenische Kirche „apostolisch“. Der Name „Gregorianische Kirche“ leitet sich vom Schutzpatron des armenischen Volkes ab, Gregor dem Erleuchter. Mit der im Jahr 301 erfolgten Erklärung des Christentums zur Staatsreligion durch den armenischen König Trdat III., der durch Gregorius zum Glauben gekommen war, wurde Armenien zum ersten christlichen Staat der Welt.
Die Lehre des Konzils von Chalcedon 451, an dem auch kein armenischer Bischof teilgenommen hatte, wurde von der Synode der Armenischen Apostolischen Kirche des Jahres 506 abgelehnt; aus diesem Grunde wird die Armenischen Apostolischen Kirche (zusammen mit der Koptischen, Äthiopischen, Syrischen und Malankarischen Kirche) den sogenannten vorchalcedonischen Orthodoxen Kirchen oder Altorientalischen Kirchen zugezählt.
In den Jahren 1914/15 fand der erste Genozid des vorigen Jahrhunderts statt, und zwar an den Armeniern. Die Jungtürkenbewegung unter Mustafa Kemal (spätere Titel: Pascha, Atatürk) stellte die im Gebiet der heutigen Türkei lebenden Armenier vor die Entscheidung: Entweder sie werden Muslime oder sie werden vertrieben in Richtung Kaukasus. Da die Armenier ihrem christlichen Glauben treu blieben, kam es zur Vertreibung. Aufgrund des langen und beschwerlichen Weges und der grausamen Behandlung durch die Türken fanden etwa 1,5 Millionen Armenier den Tod. Bis heute ist die Bezeichnung der Armeniervertreibung als Genozid in der Türkei ein Straftatbestand.
Es gibt heute eine große armenische Diaspora auf der ganzen Welt, wodurch sich auch die Armenische Apostolische Kirche weltweit verbreitet hat.
Zwar wird der Patriarch und Katholikos der Armenier der in Etschmiadzin, in der Nähe von Eriwan, residiert, als geistliches Oberhaupt aller Gläubigen der Armenischen Apostolischen Kirche angesehen und führt den Titel Katholikos Aller Armenier; doch haben sich im Laufe der Zeit in der Kirche noch drei weitere wichtige Zentren entwickelt, die ihre eigene Jurisdiktion besitzen. Dem Katholikat von Etschmiadzin sind die armenischen Patriarchate von Jerusalem und Konstantinopel, dem heutigem Istanbul, untergeordnet. Der Katholikat von Kilikien, dem heutigem Libanon, ist unabhängig geblieben. Der Katholikos von Kilikien führt den Titel Katholikos des Großen Hauses von Kilikien.
Siehe auch: Liste der Patriarchen der Armenischen Apostolischen Kirche


